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Multiple Sklerose (MS) & Inkontinenz

Multiple Sklerose (MS) ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die sich in verschiedenen, oft nebeneinander bestehen den Symptomen zeigt. Der Begriff «Sklerose» steht dabei für Vernarbung, während «multiple» das Auftreten solcher Vernarbungen an vielen verschiedenen Stellen in Gehirn und Knochenmark beschreibt. Sie kann die Aktivitäten des täglichen Lebens beeinträchtigen und somit einen negativen Einfluss auf die Rolle in der Familie und in der Gesellschaft mit sich bringen. Bei vielen Menschen mit MS ist es nicht allein durch medikamentöse Behandlungen möglich, bestimmte Symptome zu kontrollieren. Zu diesen Symptomen zählen Blasen- und Darmfunktionsstörungen, die sich bei etwa 80 Prozent aller Krankheitsverläufe finden. Um ein weitestgehend unabhängiges Leben durch Förderung der Selbstständigkeit zu ermöglichen, müssen bei Multipler Sklerose alle Komponenten der Erkrankung ganzheitlich rehabilitiert werden.

 

In Europa und Nordamerika leidet einer von 800 Menschen an Multipler Sklerose, die damit die häufigste Ursache für neurologisch bedingte Behinderungen bei jungen Erwachsenen darstellt. Die ersten Symptome treten typischerweise im Alter von 20 bis 40 Jahren auf. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Ursachen für Multiple Sklerose sind unbekannt, wobei man davon ausgeht, dass sie sowohl in genetischen als auch in umweltbezogenen Faktoren begründet liegen.

 
Mit den nachfolgenden Informationen möchten wir Ihnen einen Überblick über die Blasenfunktionsstörungen bei MS und deren Behandlungsmöglichkeiten geben. 
Dieses ist uns ein besonderes Bedürfnis, da auch heute noch viele Betroffene diese Funktionsstörungen billigend in Kauf nehmen und sich deshalb aus dem familiären und gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Die Informationen ersetzen nicht das Gespräch mit dem Arzt, der Pflegekraft oder mit weiteren Therapeuten. Sie sind ein Wegweiser durch den Behandlungsablauf und ermöglichen Ihnen somit ein noch besseres Verständnis der Komplexität der Blasen- und Darmfunktion.

Inhaltsverzeichnis des Ratgebers ansehen

Was ist Multiple Sklerose?

  • Behandlungsmethoden
  • Symptome und Erscheinungsformen

Aufbau und Funktion der Harnorgane

  • Blasenfunktionsstörungen bei MS

Aufbau und Funktion des Darmes

  • Darmfunktionsstörungen bei MS

Therapie von Blasenfunktionsstörungen

  • Intermittierender Selbstkatheterismus (ISK)
  • Frequenz und Voraussetzungen
  • Aufbau eines Katheters
  • Grundsätzliches zum Katheterisieren
  • Ärztliche Betreuung

Therapie von Darmfunktionsstörungen

  • Anal-Tampons
  • Anale Irrigation

Lebenshilfen bei Blasen- und Darmfunktionsstörungen

  • In der Freizeit
  • Bei der Arbeit
  • Beim Sport
  • Partnerschaft und Sexualität
  • Auf Reisen

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Glossar

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Das zentrale Nervensystem

Unser Nervensystem ist ein sehr komplexes Netzwerk, das Informationen vom Gehirn über das Rückenmark an verschiedene Körperregionen und wieder zurück leitet.

 

Die Übertragung der elektrischen Impulse über dieses Netzwerk ist für die Koordination sowohl der willkürlichen Handlungen (z. B. Bewegung) als auch der lebenswichtigen unwillkürlichen Prozesse (z. B. Herztätigkeit) verantwortlich. Die Harnblase und die Schliessmuskeln, die die Entleerung der Blase bewirken, werden von den Nerven des Rückenmarkes gesteuert. Die für die Erhöhung der Speicherkapazität der Blase verantwortlichen Nerven haben ihren Ursprung im Bereich zwischen 11. Brustwirbel und 2. Lendenwirbel und führen zur Blase und Harnröhre. Für die Entspannung des inneren Harnröhrenschliessmuskels und die Kontraktion der muskulären Blasenwand sind die Nerven verantwortlich, die ihren Ursprung im Bereich des 2. bis 4. Steissbeinwirbels haben.

 

Der Nerv zum bewusst steuerbaren äusseren Schliessmuskel - der für die willkürliche Kontrolle der Harnentleerung verantwortlich ist - entstammt ebenfalls der Steissbeinregion. Da Reizsignale von der Harnblase über Nervenbahnen an das Rückenmark und dann weiter zum Gehirn transportiert werden, kann das Gehirn diese Informationen bei Nervenschädigungen verspätet oder gar nicht empfangen. Je nach Ort der Nervenschädigung kommt es in der Folge zur Harninkontinenz oder zu einer unvollständigen Blasenentleerung bis hin zum Harnverhalt.

 

Blasenfunktionsstörungen bei MS zeigen sich in unterschiedlichen Formen und unterliegen zudem krankheitsbedingt Veränderungen. Selbstbeobachtung und regelmässige neurourologische Betreuung sind somit eine wichtige Voraussetzung zur Prävention von Komplikationen am Harntrakt.

 
Die 4 Typen der Multiple Sklerose

Je nach Erscheinungsbild der Symptome sind dies:

  • Schubförmig remittierend

  • Primär progredient

  • Sekundär progredient

  • Gutartig

 
Blasenfunktionsstörungen bei Multiple Sklerose

Viele Menschen mit Multipler Sklerose zeigen Symptome einer neurogenen Blasendysfunktion, sprich einer verminderten Fähigkeit, die Blase zu kontrollieren. Einige Menschen müssen dabei häufiger oder dringender urinieren, wohingegen andere Probleme haben, die Blase vollständig zu entleeren oder das Gefühl verspüren, die Blase nicht vollständig entleeren zu können.

 

Eine unbehandelte Blasenschwäche kann für den weiteren Verlauf der Erkrankung sehr nachteilig sein und enorme Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Die unten aufgeführten Symptome können erste Anzeichen einer Multiplen Sklerose sein, sie können jedoch auch erst im Verlauf der Erkrankung auftreten.

Symptome Harnverhalt
  • Langsamer Harnfluss als eine der Schwierigkeiten zu Beginn des Urinierens


  • Starker Harndrang, ohne dass der Urin tatsächlich abgelassen werden kann


  • Häufige Toilettenbesuche


  • Tröpfchenabgang aufgrund von Überlaufinkontinenz


  • Schwacher Harnfluss


  • Aufgeblähter Unterleib 

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Symptome Harninkontinenz
  • Harnabgang


  • Kleine oder größere Harnmengen, die spontan abgehen, ohne dass ein Harndrang spürbar ist.


  • Unfreiwilliger Harnabgang beim Niesen, Husten, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung


  • Ein plötzlich auftretender Harndrang


  • Zweimaliges oder häufigeres nächtliches Aufstehen, um Wasser zu lassen (Nykturie/nächtliche Blasenschwäche)

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Harnwegsinfektionen

Harnwegsinfektionen haben äusserst negative Auswirkungen auf Multiple Sklerose und können sogar zu einer Verschlechterung des Krankheitsbilds führen. Der Körper bekämpft die Infektion und löst dadurch eine überhöhte Aktivität des Immunsystems sowie eine Demyelinisierung (Zerstörung der Nervenschutzschicht) aus. Daher ist es extrem wichtig, Ihre Blase regelmässig zu entleeren, um eine Harnwegsinfektion von vornherein zu vermeiden. Mehr über Blasenentzündungen resp. Harnwegsinfektionen finden Sie unter «Harnwegsinfekte & andere Komplikationen».

Weiterlesen

Weitere Symptome im Zusammenhang mit Multiple Sklerose sind:

 

  • Sehstörungen sind oft eines der ersten Anzeichen der Multiplen Sklerose. Typische Formen sind: die Optikusneuritis (Entzündung oder Schwellung des Sehnervs), die das Sehvermögen einschränkt und Schmerzen hinter einem Auge hervorrufen kann; Schmerzen hinter beiden Augen; Doppeltsehen; Schwierigkeiten beim Fokus sieren (Scharfstellen) und Farbblindheit.


  • Beeinträchtigungen der Koordination und des Gleichgewichtes können Probleme beim Bewegen und Laufen verursachen. Spasmen und Spastik können die Probleme in diesem Bereich verstärken. Bei manchen Menschen können auch Zittern oder Schwindel auftreten.


  • Die Krankheit kann sich auf die geistige Funktion auswirken und Denk-, Gedächtnis-, Sprach- und Konzentrationsstörungen hervorrufen.


  • Extreme Müdigkeit ist ein weiteres verbreitetes Symptom und kann auch durch Neben-wirkungen von Medikamenten hervorgerufen werden.


  • Bei Männern mit Multipler Sklerose können Störungen der Erektionsfunktion auftreten. Dies kann die Folge mehrerer zusammenwirkender Faktoren sein, darunter neurologische Funktionsstörungen, psychische Faktoren und Nebenwirkungen von Medikamenten.

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Inkontinenz Produkte zur Versorgung Ihrer Blase |  bei Harnverhalt

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Inkontinenz Produkte zur Versorgung Ihrer Blase | bei Harninkontinenz

Weit weniger häufig als Harnverhalt tritt die plötzliche und vollständige Entleerung der Blase, der unwillkürliche Harnabgang, als Symptom der Multiplen Sklerose auf. Hierzu werden meist Vorlagen verwendet, obwohl Kondom-Urinale und Urinbeutel eine bei weitem komfortablere und effizientere Produktlösung für viele Männer mit Harninkontinenz bieten. Kondom-Urinale werden wie ein Kondom über den Penis abgerollt und mit einem diskreten Urinbeutel verbunden. Ein Kondom-Urinal muss die richtige Grösse aufweisen, während die Grösse des Beutels davon abhängt, wie viel Urin Sie abgeben. Bestellen Sie sich hier unverbindlich und kostenlos Kondom-Urinale und Urinbeutel von Coloplast.

Häufig gestellte Fragen zu Multipler Sklerose und Problemen in Zusammenhang mit Blasen- und Darmfunktion

Häufig gestellte Fragen zu MS & Blasenproblemen

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Multipler Sklerose und Problemen in Zusammenhang mit Blasenfunktionen. Dieser Abschnitt dient lediglich Ihrer Information. Bitte wenden Sie sich bei Blasenproblemen stets an Ihren Arzt. Jetzt Antworten nachlesen

Dieser Abschnitt zu häufig gestellten Fragen dient lediglich Ihrer Information. Bitte wenden Sie sich bei Blasen- und Darmproblemen stets an Ihren Arzt. 

Was sind die Symptome? 

Einige der häufigsten Symptome von Multipler Sklerose sind: 

  • Harninkontinenz
  • Harnverhalt
  • Stuhlinkontinenz
  • Körperliche Einschränkungen 
  • Müdigkeit 
  • Kognitive Störungen 

Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass bei einem Menschen mit Multipler Sklerose all diese Symptome auftreten. Die Krankheit wirkt sich bei jedem unterschiedlich aus je nachdem, in welchem Bereich die Nerven beschädigt sind.

Ist Multiple Sklerose behandelbar?

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um die Symptome von Multipler Sklerose zu behandeln – einige Medikamente können das Fortschreiten der Erkrankung möglicherweise sogar verlangsamen (krankheitsverändernde Arzneimittel). Die zu wählende Behandlungsmethode hängt immer vom Einzelfall ab. Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten, die speziellen Begleiterscheinungen von Multipler Sklerose, wie Blasen- oder Darmschwäche, zu behandeln. 

Warum verursacht Multiple Sklerose Blasenprobleme?

Die Blase, in der der Urin gesammelt wird, wird über das Nervensystem kontrolliert. Da Multiple Sklerose die Nerven schädigt, kann auch die Blasenfunktion beeinträchtigt werden. Einige Menschen müssen dabei häufiger oder dringender urinieren, wohingegen andere eher Probleme haben, die Blase zu entleeren. Bei manchen Menschen mit Multipler Sklerose kann Harninkontinenz auftreten. 

Wie geht man mit Blasenproblemen um? 

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten zur Versorgung einer Blasenschwäche; dazu zählen Katheter, Kondom-Urinale (für Männer) und aufsaugende Produkte wie Inkontinenzvorlagen und -hosen.

Warum verursacht Multiple Sklerose eine Darmschwäche?

Nervenenden im Rektum machen darauf aufmerksam, wenn Stuhl in das Rektum gelangt und dieses entleert werden muss. Bei Menschen mit Multipler Sklerose kann diese Botschaft verloren gehen oder unvollständig sein. Dadurch erhöht sich das Risiko einer Darmschwäche in Form von Verstopfung, Stuhlinkontinenz oder einer Kombination aus beidem. Bestimmte Medikamente, die bei Multipler Sklerose üblicherweise verschrieben werden, können das Risiko einer Verstopfung erhöhen. 

Wie geht man mit einer Darmschwäche um?

Unter Darmschwäche versteht man sowohl  Verstopfung als auch Stuhlverlust. Darmschwäche kann durch eine umgestellte Ernährung signifikant verbessert werden. Außerdem stehen diverse hilfreiche Medikamente zur Verfügung. Verstopfung und Stuhlverlust können Sie mithilfe der Darmirrigation vermeiden.

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Leben mit Multipler Sklerose | Geschichten unserer Anwender

 
Fabiola spricht über ihre Ängste und darüber, wie ihr SpeediCath® Compact Eve geholfen hat. Sie beschreibt den Katheter in 3 Worten: handlich, diskret und elegant. 

 
Die erste Reaktion, als Monika den SpeediCath® Compact Eve gesehen hat, war: «Wow! Sieht nicht nach einem Katheter aus, sieht aus wie ein Kosmetik-Accessoires.»

 
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