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Je nach Ursache der Belastungsinkontinenz haben sich verschiedene Behandlungmethoden etabliert. Die Inkontinenzform, welche durch eine zu bewegliche Harnröhre verursacht ist, kann dadurch geheilt oder zumindest gemildert werden, indem man der Harnröhre wieder ihren Halt zurück gibt. Dieses Ziel kann entweder durch körpereigenes "Material" erreicht werden oder man bedient sich eines Inkontinenzbandes, welches in einem wenig belastenden Eingriff implantiert wird. InkontinenzbänderDiese synthetischen Bänder werden seit ungefähr 1995 eingesetzt. Prof. Ulf Ulmsten aus Schweden entwickelte als erster solche Bänder aus Polypropylen, zusammen mit dem Kollegen Prof. Peter Petros aus Australien. Die OP-Methode wurde 2001 von dem Franzosen Dr. Emanuel Delorme modifiziert und somit stehen dem behandelnden Arzt heute ein breites Spektrum an Materialien zur Verfügung.
Die Idee ist bei allen Bändern gleich: Man legt das Band unter das mittlere Drittel der Harnröhre in das umliegende Gewebe ein. Das künstliche Material provoziert eine Vernarbung in dem Bereich, welche wiederum dafür sorgt, dass sich die Harnröhre nur noch in ganz begrenztem Umfang bewegen kann. Damit ist die Ursache der Inkontinenz behoben.

Der blaue Streifen in der Grafik beschreibt den Verlauf eines künstlichen Urethrabandes nach einer "transobturatorischen Implantation". Bulking-TherapieDie Bulking Therapie beruht auf dem Prinzip, dass dem Schießmuskel etwas mehr Masse zur Verfügung gestellt wird, damit seine Kontraktionen wieder einen Effekt auf die Harnröhre haben. Bei diesem Eingriff werden kleine Silikonpartikel mit einem speziellen Spritzenmechanismus auf der Höhe des Schließmuskels unter die Schleimhaut eingespritzt. Diese Partikel werden innerhalb weniger Wochen durch körpereigenes Kollagen umschlossen und an der gewünschten Stelle fixiert. Die Bulking-Therapie kommt sowohl bei Frauen als auch bei Männern zur Anwendung.
 
Diese Therapie kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn der Schließmuskel über eine "Restfunktion" verfügt. Ist er völlig kraftlos, wird auch eine Unterspritzung keinen Erfolg bringen. Dann käme nur noch als letzte Therapieoption ein künstlicher Schließmuskel in Frage.
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